|
Das Saxophon wurde um 1840 vom belgischen Instrumentenbauer Adolphe Sax erfunden. Er entwickelte dabei ein Blasinstrument aus Metall, welches den Schall durch ein Mundstück mit einfachem Rohrblatt erzeugt – weshalb es auch ein Holzblasinstrument ist. Der Schall wandert anschliessend durch ein konisches Messingrohr mit weiter Bohrung, welches aus einem kurzen S-Bogen und einem Korpus mit über zwanzig Löchern besteht. Diese Löcher werden durch eine komplexe Hebelmechanik geöffnet und geschlossen.
Das Saxophon wird in acht Grössen bzw. Stimmlagen hergestellt. Es sind dies in aufsteigender Grösse: Sopranino (in Es), Sopran (in B), Alt (in Es), Tenor (in B), Bariton (in Es), Bass (in B), Kontrabass (in Es) und Subkontrabass (in B). Üblich sind eigentlich nur das Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon; das Sopranino kennt man meist als «Clown-Saxophon» und das Bass-, Kontrabass- oder gar Subkontrabass-Saxophon ordnet man eher den experimentellen Werken der Klassik oder des Jazz zu. All diese Saxophone haben einen Umfang von zweieinhalb Oktaven (B bis Fis'''), welcher mit Hilfe einer anspruchsvollen Überblastechnik (und spezifischen Griffen) nach oben um eine Oktave und mehr erweitert werden kann. Diese Töne ausserhalb des normalen Tonumfangs nennt man Altissimo- oder Flagolet-Töne, oft auch (englisch) High Notes.
In der klassischen Musik spielt das Saxophon bis heute nur eine untergeordnete Rolle, auch wenn es in der Avantgarde öfters anzutreffen ist. Bekannte Komponisten, welche vereinzelt Werke mit Saxophon geschrieben haben, sind z. B. Berlioz, Bizet, Debussy oder Ravel. Eine breite Akzeptanz erfuhr es zunächst in der Militärmusik, der grosse Durchbruch gelang dem Saxophon jedoch erst im Jazz durch Musiker wie Sidney Bechet (ss), Charlie «Bird» Parker (as), Cannonball Adderley (as), Coleman Hawkins (ts), Ben Webster (ts), John Coltrane (ts) oder Gerry Mulligan (bs). Später etablierte es sich auch in populären Stilarten wie Pop, Funk, Soul und R&B mit Namen wie Kenny G (ss), David Sanborn (as), Maceo Parker (as), Grover Washington, jr. (as/ts), Tom Scott (ss/ts), Michael Brecker (ts) oder Kirk Whalum (ts).
Legende:
- Sopranino
- Sopran (ss)
- Alto (as)
- Tenor (ts)
- Bariton (bs)
- Bass (b-sax)
- Kontrabass
|